Parodontologie
Die entzündliche Erkrankung des Zahnbettes, die Parodontitis, zählt in Deutschland als heimliche Volkserkrankung Nummer 1.
Unbehandelt führt sie nicht nur zum Zahnverlust, sondern schadet weit mehr dem Körper, als man früher annahm. Eine ausgeprägte Parodontitis kann in der Summe aller Flächen genauso groß wie eine Männerhand sein. Das entzündete Gewebe setzt eine Immunreaktion in Gang und es werden sogenannte Entzündungsmediatoren (Prostaglandin, Interleukin und Tumornekrosefaktor) freigesetzt.

Deshalb macht die zerstörende Wirkung der Entzündung auch vor dem Rest des Körpers nicht halt:

  • Mundgeruch entsteht
  • Das Risiko für Herzkreislauferkrankungen steigt um das dreifache (Arteriosklerose,  Herzmuskelentzündungen und Infarkte)
  • Atemwegserkrankungen können ausgelöst und verschlimmert werden
  • Ein bestehender Diabetes kann verstärkt werden
  • Es steigt das Risiko einer Schwangeren auf das siebenfache, eine Frühgeburt zu erleiden

Aus diesen Gründen beschäftigen wir uns schon seit Praxisgründung mit der Behandlung dieser Erkrankung.
Innerhalb diesem Zeitraum von fast 20 Jahren hat sich die Behandlung der Parodontitis jedoch grundlegend verändert.

Früher sah man das entzündete Zahnhaltegewebe als „faules Fleisch“ an, das unbedingt entfernt werden müsse. Die Zahntaschen wurden weggeschnitten, weggebrannt, sogar gelasert. Dadurch wurde der sichtbare Teil des Zahnes deutlich länger und die nun freiliegenden weichen Zahnhälse wurden oft empfindlich und kariesanfällig. Wurde die Ursache der Parodontitis, die bakterielle Plaque, nicht dauerhaft beseitigt, entwickelte sich innerhalb von fünf Jahren in fast 90% der Fälle erneut eine Parodontitis. Schneidet man diese dann wiederum heraus, bleibt irgendwann kein zahnstützendes Gewebe mehr übrig.

Heute ist das Ziel unserer parodontologischen Bemühungen immer die minimalinvasive Behandlung der entstandenen Wunden im Sinne einer ursachenspezifischen Wundreinigung. Dadurch angeregt ist der Körper meist alleine in der Lage, allmählich die das entstandene Entzündungsgewebe selbsttätig abzubauen. Das Ergebnis ist, trotz der sanften Behandlungsweise, ästhetisch deutlich schöner, weil wesentlich weniger sichtbares Zahnfleisch verloren geht. Somit gehört die sanfte und ästhetisch orientierte Parodontologie zu unserem Praxiskonzept.
Wichtig ist uns die die Vermeidung der Volkserkrankung und die Langzeitbetreuung der Parodontalpatienten, denn heute weiß man, dass die Parodontitis eine chronische Erkrankung ist und ohne geeignete Betreuungsmaßnahmen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erneut ausbricht.

In den Jahren 2001 bis 2005 war ich Mitglied einer parodontologischen Studiengruppe unter Leitung von Professor Heinz Renggli (Zürich/Nijmwegen) und nach Auflösung der Gruppe Mitglied der Studiengruppe unter PD Buchmann in Münster.