Funktionsanalyse
Die Diagnose und Behandlung überlasteter Kaumuskeln und erkrankter Kiefergelenke, die so genannte Funktionslehre, ist ein wichtiger Bestandteil unserer Behandlung. 
Diese äußerst komplizierten Zusammenhänge sind für Patienten schwer verständlich.

Das Kausystem leidet heutzutage verstärkt: Zähneknirschen, das vielleicht früher den Sinn hatte, Fehlkontakte auf den Zähnen einzuebnen, ist heute kein sinnvoller Reflex mehr. Amalgamfüllungen und Kronen sind härter als natürliche Zahnsubstanz und Kunststofffüllungen weicher. 
Bei Fehlkontakten sendet das Gehirn den Impuls aus, noch stärker zu knirschen, ohne, dass sich eine bessere Anpassung der Kauflächen auf das Gelenk einstellt. 
Verspannungen der Kaumuskulatur und ein krankes Kiefergelenk sind die Folge. „Craniomandibuläre Dysfunktion“, kurz CMD, nennt der Zahnarzt die Erkrankungen im Zusammenhang mit Kaumuskeln und Kiefergelenken.

Möglichkeiten zur genauen Diagnose bieten die manuelle und instrumentelle Funktionsanalyse:
Bei der manuellen Funktionsdiagnostik erforscht der Zahnarzt die Ursachen. 
Auch Allgemeinerkrankungen, orthopädische Leiden und Unfälle werden abgeklärt. Die Gelenke und alle Muskeln, die beim Kauprozess mitwirken, werden ausgetastet und bewertet. 
Die Funktion wird überprüft: „Stimmt die Verzahnung? Geht der Mund weit genug auf? Weicht der Unterkiefer beim Öffnen zur Seite ab? Knackt das Gelenk? Sind die Gelenkknorpel elastisch?“ 
Durch diese einfachen Tests erhält der Zahnarzt wichtige Informationen über eine eventuelle Lageabweichung der Kiefergelenke. In einfachen Fällen stellt sich jetzt schon die Diagnose, in schwierigen folgt die „instrumentelle Funktionsanalyse“.

Ein dafür wichtiges Hilfsmittel ist der „Artikulator“. Laienhaft lässt es sich als Gelenksimulator beschreiben. 
Mit einem „Gesichtsbogen“ kann der Zahnarzt die Gelenksituation auf das Gerät übertragen. Ausgüsse von Zahnabdrücken werden darin eingegipst. Viele Wachsbisse und manchmal zusätzliche Gelenkbahnaufzeichnungen helfen bei der Einstellung der künstlichen Gelenke. 
So lassen sich dreidimensional die Ursachen erforschen und eine eventuelle Behandlung, wie Schienentherapien, Einschleifbehandlungen und Bisserhöhungen, gezielt einleiten. 
Chirurgische Behandlungen der Kiefergelenke sind heutzutage die absolute Ausnahme.

Auch bei der Anfertigung von Zahnersatz sind diese Vermessungen hilfreich. Schon während des Herstellungsprozesses kann der Zahntechniker fast jede Zubeißsituation simulieren und die neuen Kauflächen den Gelenken anpassen. 
Der Patient muss sich weniger an die neuen Zähne gewöhnen, sondern optimale Bewegungsabläufe werden möglich, vorgeschädigte Gelenke können gesunden und der tägliche Kaukomfort wird erhöht. Gelenktherapien sind auch Vorsorge späterer Gelenkerkrankungen.
 
Funktionsanalyse und Funktionstherapie sind seit Jahrzehnten wissenschaftlich bewährte Methoden. Die Ausbildung während des Studiums der Zahnheilkunde reicht wegen der Komplexität des Fachgebietes nicht aus, um umfangreiche Erfahrungen auf diesem Fachgebiet zu sammeln. Durch mehrere Fortbildungen bei international anerkannten Kapazitäten, langjährige
Erfahrung und tägliches Training ist die Behandlung und Vermeidung von Funktionsstörungen des Kiefergelenkes ein unverzichtbarer Baustein unserer Behandlungsphilosophie.

Weitere nützliche Informationen und einen Selbsttest für „craniomandibuläre Erkrankungen“ erhalten Sie auf der Homepage der Firma  Dentaconcept, mit deren Hilfe wir in unserer Praxis Behandlungen zu CMD dokumentieren:
                                          
www.cmdcheck.de